Mit einem Infostand, zwei Bühnenformaten und der immersiven Sonic Exploration Box präsentierte sich das ligeti zentrum auf dem 11. Hamburg Innovation Summit (HHIS). Das größte Innovationsevent der Hansestadt zog am 18. Juni 2026 rund 2.200 Besucher:innen ins Oberhafenquartier und bot trotz hochsommerlicher Temperaturen zahlreiche Gelegenheiten für spannende Gespräche und interdisziplinären Austausch.
Wie arbeiten vier Hamburger Hochschulen mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten gemeinsam unter einem Dach? Wie werden Wissenschaft, Technologie und Gesundheit mit den Künsten vereint? Und was hat der Komponist György Ligeti damit zu tun? Antworten auf Fragen wie diese erhielten Besucher:innen am Infostand des ligeti zentrums im HHIS-„Headquarter“ in Theorie und Praxis. Auf den „Sound Bananas“ etwa konnten sie die eigene Klangwahrnehmung durch Bewegung spielerisch testen. Die modifizierten Schaukelbananen wurden im Projekt Klangskulpturen von Quirin Nebas (Artistic Research Lab) entwickelt.
Wie kann digitale Kunstvermittlung über das reine Streaming hinausgehen? Dieser Frage näherten sich Christian Frank und Peter Wolff (XR Lab) um 14:20 Uhr im Gespräch mit Jonas Laacke auf der „Headquarter Stage“. Hier stellten sie MultiView vor: verschiedene Kameraperspektiven, die sich vom digitalen Publikum frei wählen lassen. Das System findet bereits bei zahlreichen Konzertaufnahmen in der Mediathek der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) Anwendung.
Auch am späten Nachmittag rückte das ligeti zentrum auf der „Headquarter Stage“ erneut in den Fokus. In einem 20-minütigen Vortrag präsentierte Dr. Greg Beller (InnoLab) MusiXSpace – eine Musikproduktionsanwendung, die die Grenzen herkömmlicher Digital Audio Workstations (DAW) überschreitet. In einer sogenannten phygitalen Umgebung ist Klang nicht mehr nur eine Abstraktion auf einer Zeitachse, sondern ein räumliches und physisches Objekt, das durch Bewegungen direkt beeinflusst werden kann.
Besonders in der vom ligeti zentrum bespielten Sonic Exploration Box, einem mit Glas abgetrennten Raum in der „Innovation Corner“, ergaben sich zahlreiche persönliche Begegnungen und die Gelegenheit für Deep Dives in vier Programmpunkte und Projekte. Um 12 Uhr eröffneten Prof. Dr. Georg Hadju (Leitung ligeti zentrum), Gianni Tamanini und Barnabás Tóth den immersiven Raum mit einer angeleiteten Improvisation mithilfe von grafischer Notation, ehe Michel Blümel (Agentur für gesellschaftliche Teilhabe und Vermittlung) um 14 Uhr zeigte, wie sich im ehemaligen Kohlekraftwerk Moorburg aufgezeichnete Klänge in vollkommen neue akustische Realitäten überführen lassen. Auch um 15 Uhr konnten Besucher:innen sich kreativ ausprobieren und den Spatial Sampler XR, ein innovatives Musikinstrument von Dr. Greg Beller (InnoLab) in einer Mixed-Reality-Umgebung testen. Um 16 Uhr schließlich ging es um Stimmen und neu generierte Klangskulpturen: Der record-o-mat von Joana Welteke (Sustainable Theater Lab) und Nadja Rix zeichnet Gesagtes auf Knopfdruck auf – um es prompt zu fragmentieren, zu verfremden und neu zusammenzusetzen. Wie dieser zufallsbasierte Klangakteur klingt, zeigte das koppelbare Snappi-Lautsprechersystem von Prof. Dr. Jacob Sello (InnoLab).
Auch in den kommenden Monaten gibt es zahlreiche Gelegenheiten, die Projekte des ligeti zentrums kennenzulernen. Alle kommenden Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte und Workshops sind im Eventkalender zu finden.