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SPIIC+ LECTURE CONCERT no.19: IMPROVISATION & ARTISTIC INTELLIGENCE

31. Oktober 2026 // 19:00 -21:00
Joëlle Léandre (FR) & Mark Nauseef (USA) im Gespräch und Konzert mit Vlatko Kučan (DE)

Im neunzehnten SPIIC+ Lecture Concert begrüßen wir zwei außerordentliche Protagonist:innen der Improvisationskunst – die französische Kontrabassistin Joëlle Léandre und den amerikanischen Percussionisten Mark Nauseef zu einem gemeinsamen Gespräch und Konzert mit dem Gastgeber des Abends, dem Saxophonisten und Klarinettisten Vlatko Kučan (Artistic Research Lab). Das Thema des Abends wird Improvisation und Künstlerische Intelligenz in Zeiten von KI sein. Was ist der human factor noch wert und welche Erkenntnisse lassen sich aus der Erfahrung künstlerischer Ko-Kreation in andere Bereiche des gesellschaftlichen und sozialen Lebens übertragen? Diesen Fragen nähern sich die drei Musiker:innen gleichsam mit allen Mitteln und Facetten ihrer Kunst an.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Eintritt frei.
Kein Nacheinlass.
Um Anmeldung via Pretix wird gebeten.

 

Joëlle Léandre ist eine renommierte französische Kontrabassistin, Sängerin und Komponistin, bekannt für ihre Pionierarbeit in der freien Improvisation und der zeitgenössischen klassischen Musik. Nach ihrem Studium in Paris erhielt sie ein Stipendium für das Center for Creative and Performing Arts in Buffalo, New York, wo sie die Komponisten John Cage und Giacinto Scelsi kennenlernte, die beide Werke speziell für sie schrieben. Léandre hat umfangreich mit bedeutenden Persönlichkeiten des Jazz und der Avantgarde-Musik zusammengearbeitet, darunter Derek Bailey, Anthony Braxton, Merce Cunningham und Pierre Boulez. Sie ist Gründungsmitglied des feministischen Improvisationstrios Les Diaboliques (mit Irène Schweizer und Maggie Nicols) sowie Mitglied der European Women’s Improvising Group (EWIG). Sie hat zahlreiche Alben auf Labels wie Leo, FMP und RogueArt veröffentlicht. Sie hatte 2002/04/06 den Darius-Milhaud-Lehrstuhl für Komposition und Improvisation am Mills College in Oakland, Kalifornien, inne. Sie ist Preisträgerin der Villa Medici „fuori-i-muri“ (1981), des DAAD Berlin (1990) und der Villa Kujoyama in Kyoto (1998). Joëlle Léandre wurde 2023 beim Vision Festival in New York City mit einem Lifetime Achievement Award geehrt, einer Veranstaltung, die die ersten fünfzig Jahre ihrer internationalen Karriere würdigte.

Der Perkussionist Mark Nauseef hat seit über fünfzig Jahren in einer außergewöhnlich breiten Vielfalt musikalischer Kontexte mit vielen führenden Musiker:innen verschiedenster Genres aus aller Welt musiziert und/oder aufgenommen, unter anderem mit Jack Bruce, Evan Parker, Ikue Mori, L. Shankar, Hamza El Din, Lou Harrison, Bill Laswell, The Velvet Underground, Kyai Kunbul (javanisches Gamelan), Joachim Kühn, John Zorn, den Ladzekpo Brothers (ghanaische Musik und Tanz), dem Gamelan Orchestra of Saba (balinesisches Gamelan) und Kudsi Erguner. Nauseef besuchte das California Institute of the Arts (CalArts), wo er javanisches Gamelan bei K.R.T. Wasitodiningrat, balinesisches Gamelan bei I. Nyoman Wenten, nordindisches Pakhawaj-Trommeln bei Pandit Taranath Rao, nordindische Musiktheorie bei Pandit Amiya Dasgupta, ghanaisches Trommeln und Tanzen bei Kobla und Alfred Ladzekpo, Dzidzorgbe Lawluvi und C.K. Ganyo sowie Perkussionstechniken der westlichen Musik des 20. Jahrhunderts und Handtrommeln bei John Bergamo studierte. Zudem studierte Mark Rahmentrommeltechniken des Nahen Ostens, Indiens und des Kaukasus bei Glen Velez. Nauseef war außerdem als Produzent tätig. Neben seinen eigenen Aufnahmen produzierte er zahlreiche Platten verschiedenster Musikrichtungen, darunter moderne experimentelle Formen ebenso wie traditionelle Formen.

Vlatko Kučan ist Musiker, Improvisator, Komponist, Musiktherapeut, Produzent, Kurator, Forscher und Leiter des SPIIC+-Projekts. Er erforscht die Möglichkeiten künstlerischen Ausdrucks und sozialer Interaktion durch die Kunst der Improvisation im transdisziplinären Feld der kritischen Improvisationsstudien. Seine künstlerischen Produktionen stellen traditionelle Grenzen zwischen Komposition, Improvisation und Performance infrage und verbinden Genres wie zeitgenössische Musik, Jazz, improvisierte Musik, Tanz, Theater und Literatur. Er arbeitete mit führenden Protagonisten des zeitgenössischen Jazz (u. a. Carla Bley, Lester Bowie, Anthony Braxton, Marion Brown, Bill Elgart, Dieter Glawischnig, Howard Johnson, Jay Oliver, Barre Phillips, Tomasz Stańko, Steve Swallow, Kenny Wollesen) und der improvisierten Musik (u. a. Derek Bailey, Malcolm Goldstein, Barry Guy, Aleksander Kolkowski, Jim Menesses, Rajesh Mehta, Lauren Newton, Maggie Nichols, Mia Zabelka) zusammen und stand mit ihnen auf der Bühne. Zu seinen Theaterkooperationen zählen die Regisseure Karin Beier, Michael Bogdanov, Herbert Fritsch, Brian Michaels, Robert Wilson sowie die Musiker Tom Waits, Lester Bowie und Giora Feidman. Er schuf zahlreiche Werke, die Literatur, Philosophie und Musik miteinander verbinden, und arbeitet gelegentlich auch als Regisseur für Hörbücher.

Neben seiner Tätigkeit am ligeti zentrum unterrichtet er außerdem Improvisation an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) in den Studiengängen Jazz BA/MA, im MA-Studiengang Multimedia-Komposition sowie im internationalen MA-Programm Contemporary Performance and Composition (CoPeCo).

Foto: Leonie Sens

 

Details

  • Datum: 31. Oktober 2026
  • Zeit:
    19:00 -21:00
  • Veranstaltungskategorie: