Seit der Erstausgabe im Jahr 1975 hat sich die International Computer Music Conference (ICMC) zu der zentralen Konferenz im Bereich der computergestützten Musik entwickelt. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen in Musiktechnologie, Künstlicher Intelligenz, interaktiven Systemen, immersiven Audioformaten sowie deren gesellschaftliche Bedeutung. Die ICMC HAMBURG 2026 wird von der HfMT Hamburg, der TUHH, der HAW Hamburg und dem UKE in enger Zusammenarbeit mit dem ligeti zentrum organisiert.
Mit der Off-ICMC ergänzt das ligeti zentrum das Konferenzprogramm um ein kostenfreies, öffentlich zugängliches Festival. Unter dem Titel „Musik in unserer digitalen Zeit“ richtet sich das Format gezielt auch an Menschen ohne Vorkenntnisse im Bereich der digitalen Musik.
„Das Programm der Off-ICMC wird ergänzend zum offiziellen Konferenzprogramm an ganz verschiedenen Orten in Harburg stattfinden“, berichten die Organisator:innen Joana Naomi Welteke, Christian Tschirner und Nadine Schwalb. Ziel ist es, digitale Musik im Alltag erfahrbar zu machen. „Stell dir vor, du bist auf dem Weg zum Einkaufen und entdeckst auf einmal eine Klanginstallation, auf der du ganz niedrigschwellig musizieren kannst, während Stelzenläufer:innen in beleuchteten Kostümen unsere Programmhefte verteilen.“
Ein Highlight der Woche: der Science-Slam „Strg+Alt+Musik: Der Science-Slam über Musik in der digitalen Zeit“ im neu sanierten Kultur Palast Harburg am 12. Mai. Das Konzept orientiert sich am Prinzip eines Poetry Slams: Die Teilnehmenden bekommen je zehn Minuten auf der Bühne, um das Publikum zu überzeugen – nicht etwa mit Poesie, sondern mit wissenschaftlichen Thesen. Humor und allgemeine Zugänglichkeit sollen dabei im Mittelpunkt stehen. „Das Ziel ist, dass Wissenschaft nicht nur hinter verschlossenen Türen stattfindet“, so die Organisator:innen aus dem ligeti zentrum. „Über die beste Darbietung entscheidet am Ende das Publikum.“
Während der Hauptteil der Veranstaltung auf Deutsch stattfindet, werden zwei Beiträge auf Englisch präsentiert. Für die Verständlichkeit ist dennoch gesorgt: Zum Einsatz kommt eine Simultan-Übersetzung per Bluetooth-Kopfhörer.
Kostenfreie Tickets sind über Pretix erhältlich.
Vom 11. bis zum 16. Mai bietet die Off-ICMC ein vielfältiges Programm für unterschiedliche Altersgruppen. Dazu gehören Workshops, Performances, Installationen und ein gemeinsamer Proben- und Konzertbesuch im Rahmen der ICMC.
„Über eine Kooperation mit dem WorkINGLab der TUHH können wir zwei Workshops anbieten, in denen sowohl Kinder als auch Erwachsene ihre eigenen Musikinstrumente bauen und löten können“, so Nadine Schwalb. Ein Instrument orientiert sich dabei am Prinzip des Theremins, einem der ersten elektronischen Musikinstrumente. In anderen Workshops lernen Teilnehmende anhand von Musik die Grundlagen im Programmieren – und wie sie mit Obst und Gemüse Sounds erzeugen können.
Auch das ligeti zentrum selbst ist Teil des Programms. „Am Freitagabend feiern wir eine Art Homecoming“, kündigt Joana Welteke an. „Dann wird das Production Lab in eine Soundbar verwandelt: Es gibt Getränke, die über Lautsprecher im ganzen Raum vertont werden, gefolgt von einer experimentellen, künstlerischen Lesung aus dem Stadtteilbuch „Harburg“ von Bärbel (Bascha) Wegner.“
Schlussendlich ist wirklich für alle etwas dabei, freut sich das Organisationsteam: „Als Erweiterung der ICMC bietet die Off-ICMC tatsächlich Formate für Menschen von null bis 99 Jahren.“
Das vollständige Programm der Off-ICMC steht in der Onlineübersicht und als digitaler Flyer zur Verfügung. Einige Formate sind so offen angelegt, dass ein spontanes Kommen und Gehen explizit erwünscht ist. Andere Programmpunkte – unter ihnen Workshop-Formate oder ein gemeinsamer Proben- und Konzertbesuch aus dem Programm der ICMC – erfordern eine digitale Anmeldung über Pretix.