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SPIIC+ Lecture Concert no.18 mit Anan Atoyama

Im Rahmen des neunzehnten SPIIC+ Lecture Concerts geben wir gemeinsam mit der japanischen Tänzerin und Choreographin Anan Atoyama Einblick in die Erfahrungen eines zweitägigen Workshops und öffnen den Raum für Gespräche über das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Praxis, wissenschaftlicher Erkenntnis und sozialer Ko-Kreation.
Anan Atoyama bewegt sich in ihrer Arbeit an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und gesellschaftlichem Engagement. Ihre aktuellen Projekte widmen sich insbesondere den Themen Klimaveränderung und Migration – Fragen, die sie durch Bewegung, Klang und kollektive Prozesse neu erfahrbar macht.
Das Lecture Concert lädt dazu ein, die transformative Kraft künstlerischer Teilhabe zu erleben und darüber ins Gespräch zu kommen, wie sich Wissen, Körper und Gemeinschaft in gemeinsamen kreativen Prozessen verbinden können.
Der Eintritt ist frei.
Kein Nacheinlass.
It is not only about welcoming: it is about listening and giving space. The stories of asylum seekers, scientific knowledge about climate, and foundational legal texts such as the Geneva Convention become living materials — not frozen in abstraction, but felt, imagined, questioned, and reinvented through gesture and sound.
ANAN ATOYAMA – Choreographin / Tänzerin
Anan Atoyama wurde in Fukuoka (Japan) geboren und lebt und arbeitet zwischen Japan und Frankreich. Von 1999 bis 2003 lebte sie in New York, wo sie an der Ailey School, im Trisha Brown Studio und im Merce Cunningham Studio ausgebildet wurde. Die Anschläge vom 11. September prägten ihr künstlerisches Schaffen und führten sie 2004–2006 nach Tunesien, wo sie den Aufbau von Tanzkonservatorien in Mahdia und Monastir unterstützte.
2007 kehrte sie nach Japan zurück und zeigte ihr erstes Solostück Daichi beim Dance Hakushu Festival von Min Tanaka. Ab 2009 arbeitete sie in Frankreich mit der Compagnie AToU und entwickelte internationale Projekte in Nicaragua, Italien und Polen.
2012 entstand Love, Madness and Mysticism zu Musik von John Zorn, gefolgt von einer Improvisationsreihe mit Keiji Haino – Beginn einer fünfjährigen Residenz in Vaulx-en-Velin. Dort schuf sie interdisziplinäre Werke wie WelCOME, SHiNMu, Mille Oasis und Love Me Softly / Kill Me Tender. Parallel dazu leitete sie groß angelegte kollektive Projekte mit über 300 Teilnehmenden, darunter Défilé (Lyon Dance Biennale 2016) und TransForme (2013–2017).
2017 entstand erneut eine Zusammenarbeit mit Keiji Haino (Hidden Body). Mit Limpid Sun (2019) begann sie eine Reihe an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft in Kooperation mit dem Biologen Pierre-Henri Gouyon (Muséum national d’Histoire naturelle), gefolgt von Dynamic Origin (2020–2021, Universität Oxford).
Seit 2022 erforscht sie das Thema Migration. Daraus entstand Island without Sea – inspiriert von Flüchtlingszeugnissen, Recherchen auf Lesbos und der Genfer Konvention –, das 2024 beim Festival Contre-Sens mit 400 Teilnehmenden uraufgeführt wurde.