ArtSearch Lab
Wie lässt sich die künstlerisch-wissenschaftliche Forschung in Deutschland etablieren, präsentieren und vorantreiben? Dieser Frage nähert sich das Artistic Research Lab, kurz ArtSearch Lab, im ligeti zentrum in Theorie und Praxis.
Interdisziplinarität im vielfachen
Sinne
Künstlerische Forschung positioniert sich als potentielle Schnittstelle zwischen den Künsten und Wissenschaften. Sie bietet damit Raum für forschende Künstler:innen und künstlerisch tätige Wissenschaftler:innen, sich gesellschaftlich zu positionieren. Daraus resultiert die Möglichkeit, interdisziplinär zu agieren. Diese Interdisziplinarität wirkt sich im ArtSearch Lab im doppelten Sinne aus: Als Werkstatt für künstlerische Forschung vereint das Lab interdisziplinäre Projekte ebenso wie die vielfältigen Disziplinen und Perspektiven der unterschiedlichen Verbundpartner im ligeti zentrum.
Gemeinsam verfolgen die Forscher:innen und Künstler:innen im ArtSearch Lab das Ziel, ihre Arbeitsergebnisse öffentlich wirksam anzubinden und zu präsentieren. Dies geschieht gleichermaßen in Hamburger Kulturinstitutionen, an Universitäten und Hochschulen und im öffentlichen Raum.
Künstlerisch-wissenschaftliche Transferprojekte
Die Vielseitigkeit des ArtSearch Labs und seiner Mitwirkenden spiegelt sich auch in den individuellen Projekten wider. Dabei gilt es zum einen, künstlerisch-wissenschaftliche Bestrebungen weiter zu stärken und die Ergebnisse und daraus resultierenden Potentiale weitreichend sichtbar zu machen. So erhalten ausgewählte künstlerisch-wissenschaftliche Projekte des HfMT-Promotionsstudiengangs Dr. sc. mus. eine finanzielle Förderung, die die Promovierenden gezielt bei der Realisierung innovativer Bühnenformate unterstützt. Derweil betätigt sich das bereits 2018 gegründete Projekt „SPIIC+“ (Social Performance, Interdisciplinary Improvisation & Creativity) im Feld der critical improvisation studies mit künstlerischer Improvisation als einer grundlegenden ethischen Haltung, sozialen Interaktionsgestaltung und universellen kreativen Methode – wobei dem aus Studierenden verschiedener Studiengänge zusammengestellten SPIIC+ Ensemble eine zentrale Rolle zukommt. SPIIC+ baut auf einem breiten Portfolio öffentlichkeitswirksamer Konzerte und Veranstaltungen auf und setzt diese fort.
Neben bereits begonnenen Projekten, dessen Potentiale es zu vertiefen und weiter zu entwickeln gilt, finden im ArtSearch Lab aber auch neue Konzepte Raum und Anwendung. Das Projekt „Musikstadt Hamburg“ etwa widmet sich der Erforschung der Stadt als lebendigem, klanglichem und sozialem Raum. Ziel ist es, die urbanen Strukturen, ihre Geschichte sowie die Erfahrungen und Perspektiven der Bewohner:innen künstlerisch zu reflektieren und in neue Formen des Musiktheaters zu überführen. Dabei werden Verbindungen zwischen Alltagswelt, städtischer Identität und künstlerischem Ausdruck hergestellt.
Durch die Verlagerung des Musiktheaters aus dem traditionellen Bühnenraum in den öffentlichen Stadtraum – und zurück – entsteht ein Dialog zwischen Kunst und Alltag. Dieser Austausch ermöglicht innovative Formen der Aufführung, Partizipation und Begegnung. Die Stadt wird so zum Schauplatz und Resonanzraum eines künstlerischen Prozesses, der soziale und ästhetische Dimensionen miteinander verknüpft und neue Zugänge zu kultureller Teilhabe eröffnet.
Team
Benjamin Helmer
Benjamin Helmer ist Komponist, Lehrbeauftragter für Musiktheorie und Gehörbildung und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HfMT Hamburg. Künstlerisch setzt er sich vorrangig mit Mikrotonalität auseinander. Er koordiniert das Graduiertenkolleg ARTILACS (ein Verbundprojekt der Landesforschungsförderung Hamburg von HAW, HCU, HFBK und HfMT Hamburg). Am ligeti zentrum arbeitet er im Artistic Research Lab und betreut die Projektförderung Promovierender auf dem Gebiet künstlerischer Forschung.
Mehr über Benjamin Helmer hier.
Vlatko Kučan
Vlatko Kučan ist Musiker, Improvisator, Komponist, Musiktherapeut, Produzent, Kurator, Forscher, Pädagoge und Leiter des SPIIC+ Projekts.
Er exploriert die Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks und der sozialen Interaktion durch die Kunst der Improvisation im trans-disziplinären Feld der ‚critical improvisation studies‘.
Seine künstlerischen Produktionen hinterfragen tradierte Grenzen zwischen Komposition, Improvisation und Performance und verbinden Genres wie zeitgenössische Musik, Jazz, Improvisierte Musik, Tanz, Theater und Literatur.
Mehr über Vlatko Kučan hier.
Quirin Nebas
Quirin Nebas forscht zwischen den Feldern Musik, Sound Design und freier Kunst. Er schöpft dabei aus seinen Ausbildungen in Musik, Design, zeitbezogenen Medien und bildender Kunst. Für das ligeti zentrum entwickelt er eine interaktive Ausstellung, die das Phänomen Klang auf interessante und spielerische Weise erfahrbar macht. Außerdem komponiert und produziert er Musik unter dem Alias qqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqqq und betätigt sich in den Bereichen Design und bildender Kunst.
Yaltah Mildenberger
Lebt und liebt die Interdisziplinarität. Aus einem Musikerhaushalt stammend absolvierte sie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover zunächst ein Frühstudium Musik, bevor sie ein Studium in „Philosophy & Economics“ sowie „European Studies“ anschloss. Ihre große Leidenschaft gilt der Musikvermittlung. Als Projektkoordinatorin von „Musikstadt Hamburg“ begleitet sie Kompositionsstudierende der Hochschule für Musik und Theater Hamburg dabei, die Stadt als lebendigen, klanglichen und sozialen Raum zu erforschen. Ziel des Projekts ist es, urbane Strukturen, ihre Geschichte sowie die Erfahrungen und Perspektiven der Bewohner:innen künstlerisch zu reflektieren und in neue Formen des Musiktheaters zu übersetzen.
Für Medienschaffende:
Es besteht redaktionelles Interesse am ArtSearch Lab des ligeti zentrums oder an einem der darin realisierten Projekte? Schreiben Sie uns eine E-Mail an kommunikation@ligeti-zentrum.de und wir setzen Sie mit den entsprechenden Ansprechpartner:innen in Verbindung.